paedal
pädal – pädagogik aktuell e.V.
und Lernwerkstatt Kita-Museum

Mainstraße 11, 14612 Falkensee
Fon (049) 03322 - 4293223, Fax (049) 03322 - 4297704, info@paedal.de
Kita-Museum
 

Ausstellung zur
Montessori-Pädagogik

Das Kita-Museum vermittelt in einem kleinen Ausstellungsraum einen atmosphärischen Eindruck von der sorgfältig vorbereiteten, zur Selbsttätigkeit anregenden Umgebung im Montessori-Kinder-garten. Offene Regale mit klar geordneten, aus hochwertigen Werkstoffen gefertigte Lern-Materialien kennzeichnen hier die kindliche Lebenswelt.

Der Montessori-Raum wurde von Mitgliedern des Montessori-Arbeitskreises Berlin ausgestattet und wird von Montessori-Erzieherinnen gepflegt.


Konzept der Montessori-Pädagogik
Ursprünge und Entwicklung eines reformpädagogischen Erziehungsansatzes

Maria Montessori

Die Montessori-Pädagogik wurde von der Italienerin Maria Montessori (1870 - 1952) begründet. Sie war die erste Frau, die in Italien zum Medizinstudium zugelassen wurde und einen Doktortitel erwarb.
Die Ärztin, Reformpädagogin und Philosophin begründete aus ihren Erkenntnissen über den Selbsterziehungsprozeß der Kinder eine neue pädagogische Denkweise und Erziehungspraxis. Diese baut auf der Achtung der kindlichen Persönlichkeit und der Selbstbestimmung des Kindes auf.
1907 gründete sie das erste Montessori-Kinderhaus in Rom.
Maria Montessori entwickelte ein Leben lang ihren pädagogischen Reformansatz weiter und führte zahlreiche Weiterbildungen durch. Sie gab so ihr Konzept an Pädagog/innen in aller Welt weiter. Kindergärten und Schulen, die nach dem Ansatz Maria Montessoris arbeiten, sind heute weltweit verbreitet.
Diese Reformpädagogische Richtung zeichnet sich heute durch eine starke Internationalität aus, Montessori-Gesellschaften und - Vereine aus allen Teilen der Erde arbeiten heute in der von Maria und ihrem Sohn Mario Montessori gegründeten Association Montessori Internationale (AMI) zusammen.

Grundsätze der Montessori-Pädagogik

Der Montessori-Erziehungsansatz orientiert sich unmittelbar an den Bedürfnissen des Kindes. Das Kind wird als eigenständiges Wesen mit einer eigenen Persönlichkeit wahrgenommen. Danach verläuft die Entwicklung des Kindes in verschiedenen „sensiblen“ Phasen. Während dieser Phasen wird das Kind zu selbständigem Denken und Handeln ermutigt, indem die Erziehenden ihm den Raum für freie Entscheidungen und Erfahrungen lassen.

Leitsatz der Montessori-Pädagogik:
„Hilf mir es selbst zu tun. Zeig mir wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann es selbst, und ich will es selbst erfahren und ausprobieren. Hab´Geduld, meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Bitte beobachte mich nur - und greife nicht ein. Ich werde Fehler machen, diese erkennen und korrigieren. Das Material zeigt es mir.“

Didaktisches Arbeitsmaterial:
Für die pädagogische Arbeit mit Kindern entwickelte Maria Montessori bestimmte didaktische Arbeitsmaterialien, welche die Entwicklung der motorischen und geistigen Fähigkeiten des Kindes durch selbstständiges Lernen und Erfahren ermöglichen sollten. Diese klassischen Materialien gehören auch heute noch zur Grundausstattung jeder Montessori-Einrichtung. Dazu zählen unter anderem speziell entwickelte Materialien und Bausätze zur Entwicklung der Sprache und der Sinne, zum Erlernen von mathematischen Fähigkeiten und zum Begreifen der Natur.

Freiarbeit:
Ist das Kernelement der Montessori-Arbeit. Die Kinder können nach eigener Entscheidung wählen, womit sie sich beschäftigen. Das Montessori-Material, die kindgerechte Darstellung der Angebote und die gute Beobachtungsgabe der Erzieher/innen helfen dem Kind dabei, sich für ein Angebot zu entscheiden. Die Kinder bestimmen dann den Arbeitsrhythmus und die Arbeitsdauer weitestgehend selbst.
Da idealerweise meist Kinder aus zwei oder drei Geburtsjahrgängen in einer Kindergartengruppe oder Schulklasse zusammengefasst sind, können die jüngeren Kinder von den älteren lernen und umgekehrt.
Das Freispiel führt durch seine Möglichkeit zu selbständiger Entscheidung zu einer Disziplin, die von innen kommt und die dem Kind nicht durch die Erzieher/innen abgefordert werden muss.


Die Montessori-Erzieher/innen
Sie sind Helfer/innen der Kinder auf dem Weg zur Entwicklung selbständiger Persönlichkeiten. Obwohl die Erzieher/innen möglichst „passiv“ seien sollen, damit das Kind aktiv werden kann, sind zur richtigen Zeit ihre Worte und ihre Konsequenz gefragt. Mit Geduld und Umsicht helfen sie bei der Auswahl der Arbeitsmaterialien und führen in deren Gebrauch ein. Sie bringen das Kind auch in Beziehung zur Ordnung in ihrer Umgebung.




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