paedal
pädal – pädagogik aktuell e.V.
und Lernwerkstatt Kita-Museum

Mainstraße 11, 14612 Falkensee
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Kita-Museum
 

Ausstellung zur
Reggio-Pädagogik

Das Kita-Museum zeigt einen Auszug aus der Ausstellung „Auf der Suche nach den 100 Sprachen der Kinder“. Die Ausstellung ist eine anschauliche Dokumentation des gleichnamigen Jahresprojekts im Land Brandenburg, die bei der Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie „Sonnensegel e. V.“ in Kooperation mit den Jugendämtern des Landkreises Potsdam-Mittelmark und der kreisfreien Stadt Brandenburg an d. Havel eröffnet wurde.

Teil der Ausstellung im Kita-Museum

Die gesamte Ausstellung umfasst:

  • 22 Tafeln doppelseitig versehen mit Dialogen, Fotodokumentationen und künstlerischen Kinderarbeiten
  • 14 Objekte aus Keramik, Papier und Draht oder aus Styropor
  • 7 großformatige Malereien auf Folie, Papier oder Styropor
   
Teil der Ausstellung im Kita-Museum

In der Ausstellung des Kita-Museums werden gezeigt:

  • 14 Tafeln doppelseitig versehen mit Dialogen, Fotodokumentationen und künstlerischen Kinderarbeiten
  • 1 Objekt aus Papier, Draht und Styropor
  • 4 großformatige Malereien auf Folie, Papier oder Styropor
   

Die künstlerischen Arbeiten wurden von ca. 60 Kindern in ihren Kitas geschaffen. Es wurde in mehreren Projektgruppen, zu folgenden Themenschwerpunkten gearbeitet:

  • Aus der Vogelperspektive - Alles was fliegt (in der Ausstellung des Museums)
  • Spurensuche Natur
  • Der Mensch - Anatomie und Soziales
   

Konzept der Reggio-Pädagogik

Die Reggio-Pädagogik ist ein Erziehungskonzept, das in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia entwickelt wurde und dort in 13 städtischen Krippen und 20 Kindertagesstätten praktiziert wird.
Wichtigster Entwicklungsgeber war der Leiter der kommunalen Krippen und Kindergärten Loris Malaguzzi (1920-1994). Unter seiner Initiative wurde dieses neue pädagogische Konzept ab den späten 60iger Jahren erdacht und umgesetzt. Doch wird und wurde die Reggio-Pädagogik nicht nur von einer Persönlichkeit geprägt, vielmehr ist sie ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt und ihrer Bewohner/innen. Der pädagogische Ansatz ist eng mit dem besonderen politischen und soziokulturellen Hintergrund der Stadt und Region um Reggio verknüpft. Diese Region in Italien zeichnet sich durch einen hohen Lebensstandard und ein starkes basisdemokratisches Engagement der Einwohner/innen aus. Die Kindererziehung wird hier nicht als Sache der Einzelnen angesehen sondern als Gemeinschaftsaufgabe.

Grundsätze der Reggio-Pädagogik

Die Grundsätze der Reggio-Pädagogik sind begründet in einem humanistischen, demokratisch geprägten Menschen- und Gesellschaftsbild.
Darin werden die Kinder als kompetente, starke und kreative Persönlichkeiten betrachtet. Der Erziehung kommt die Aufgabe zu, diesen Reichtum der Kinder zu bewahren und zu fördern. Die „gemeinschaftliche Aufgabe Erziehung“ erfolgt dabei im Dialog mit allen Beteiligten: dem Kind selbst, seiner Familie, den Erzieherinnen und der Umgebung. Die Reggio-Pädagogik ist kein fertig ausgearbeitetes Erziehungsprogramm, sondern wird von den Erzieherinnen im Wechselspiel zwischen Theorie und praktischer Erfahrung täglich weiterentwickelt.

Teil der Ausstellung im Kita-Museum"Hundert Sprachen hat das Kind"
Dieser Leitsatz der Reggio-Pädagog/innen, bringt zum Ausdruck, dass Kinder nicht nur über eine Sprache verfügen, sondern vielmehr in „100 Sprachen“ denken und kommunizieren, ihre Umwelt erfahren und verarbeiten. In diesen 100 Sprachen verdeutlichen sich das einzigartige Potenzial und die Kreativität der Kinder, die sie in gesprochenen Worten, Zeichnungen oder durch Schauspiel ausdrücken.

Das Material
Beim Spiel- und Arbeitsmaterial in der Reggio-Pädagogik handelt es sich meist um diverse Alltagsmaterialien und Werkzeuge wie Pinsel, Scheren, Gips, Schrauben, Holz, Farben usw. Gebrauchsfertiges Spielzeug findet man kaum, sondern vielmehr Naturmaterialien, durch die sich die Kinder mitteilen können, die sie sortieren und bearbeiten können.

"Der Raum als dritter Erzieher"
Der räumlichen Ausgestaltung kommt in Einrichtungen der Reggio-Pädagogik eine besondere Bedeutung zu. Die Räume sollen die Kinder durch ihre Ausstattung anregen, selbst aktiv zu werden.
In der Mitte der Kitas befindet sich, ähnlich einer kleinen Stadt, ein zentraler Platz, die so genannte Piazza. Durch viele Glasfenster abgeteilt schließen sich daran die Ateliers, Werkstätten, Rückzugsräume und Denk-Ecken an. Neben den zahlreichen Bild- und Fotoserien, Plakaten und Videopräsentationen befinden sich an den Wänden auch zahlreiche Spiegel, in denen die Kinder sich wahrnehmen und verschiedene Perspektiven entdecken können.

Teil der Ausstellung im Kita-MuseumDie Dokumentation
Ein wichtiges Element in der Praxis der Reggio-Pädagogik ist die Dokumentation der Aktivitäten und Fortschritte der Kinder.
Bilder, Fotos, Zitate der Kinder oder Bastelarbeiten finden ihren Platz an den Wänden und/oder in von den Erzieherinnen angefertigten Heftdokumentationen für jedes einzelne Kind. Diese für alle sichtbare Dokumentation vermittelt den Kindern eine Wertschätzung und Achtung ihres Tuns und bietet den Eltern und Erzieherinnen einen Einblick in die Entwicklung und die Vorlieben jedes Kindes.

Die Rolle der Erzieherinnen
Die Erzieherinnen in der Reggio-Pädagogik verstehen sich als Kooperationspartnerinnen und Begleiterinnen der Kinder. Die Erzieherinnen beobachten und interpretieren das Verhalten der Kinder und hören ihnen zu, um den Kindern dann gezielte Angebote und Impulse für ihr Spiel oder neue Projekte geben zu können. Daneben verfügt fast jede Reggio-Einrichtung über eine Atelerista, eine Kunstpädagogin, die die Kinder bei der künstlerischen Umsetzung unterstützt und den Erzieherinnen hilft, die Werke der kleinen Künstler/innen zu analysieren.
In der Reggio-Pädagogik kommt es oft zu so genannten Projekten. Diese entstehen aus einer Vorliebe eines Kindes oder aus einer Idee heraus, und werden dann in Projekten unterschiedlicher Dauer umgesetzt; die Spanne reicht von zwei Stunden bis zu einem Jahr. Die Erfahrungen im täglichen Umgang mit den Kindern werden von den Erzieherinnen genau dokumentiert und dann im Kolleginnenkreis und mit den Eltern besprochen.


Literatur zur Reggio-Pädagogik

  • Lingenauber, Sabine – Einführung in die Reggio-Pädagogik , Kinder, Erzieherinnen und Eltern als konstitutives Sozialaggregat; projekt verlag Bochum, Freiburg, 3. leicht veränderte Auflage 2005
  • Lingenauber, Sabine (Hg.) – Handlexikon der Reggio-Pädagogik; projekt verlag Bochum, Freiburg, 2004
  • Reggio-Pädagogik im Kindergarten, von Wolfgang Ullrich, Franz J. Brockschneider, Herderverlag, 2001
  • Kinder mit erhobenem Kopf. Kindergärten und Krippen in Reggio Emilia / Italien, von Brigitte Sommer, Luchterhand 1999
  • Was tut der Wind, wenn er nicht weht? Begegnungen mit der Kleinkindpädagogik in Reggio Emilia, von Annette Dreier, Luchterhand 1999

Original-Dokumentationen aus Reggio-Emilia, herausgegeben von ‚Reggio Children’, verlegt bei Luchterhand

  • Rechte, ein Ausflug in die Rechte von Kindern, 1998
  • Zärtlichkeit, eine Geschichte von Laura und Daniele, 1998
  • Hundert Sprachen hat das Kind, deutsch-italienische Originalausgabe zur Ausstellung, 2001
  • Alles hat einen Schatten, außer der Ameise, 2001
  • Schuh und Meter, wie Kinder im Kindergarten lernen, 2002

 

Web-Tipps:

 
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