paedal
pädal – pädagogik aktuell e.V.
und Lernwerkstatt Kita-Museum

Mainstraße 11, 14612 Falkensee
Fon (049) 03322 - 4293223, Fax (049) 03322 - 4297704, info@paedal.de
Kita-Museum
 
Ausstellung zum
Konzept Situationsansatz

- ein Beitrag zur pädagogischen Standortdiskussion im Kita-Museum -


Das Anliegen der Ausstellung ist zum einen, Besucher/innen auf anschauliche Weise einzuladen, wesentliche theoretische Grundlagen des Konzeptes kennen zu lernen. Zum anderen soll durch Beispiele aus dem pädagogischen Alltag gezeigt werden, wie der Situationsansatz in der Praxis durch Kinder, Erzieher/innen und auch Eltern gelebt werden kann.

Der Raum wird unter der Leitung des Überregionalen Pädagogischen Zentrums Potsdam gestaltet und in Abständen aktualisiert. Er ermöglicht es, sich individuell oder auch im Team Informationen und Anregungen zu folgenden Themenschwerpunkten zu holen:
  • Lernen und Lehren als Erklärung und Gestaltung von Lebenssituationen
  • Forschendes und entdeckendes Lernen - aufbauend auf der Neugier, der Kreativität und Eigeninitiative der Kinder
  • Balance zwischen selbstbestimmtem und sozial verantwortlichem Leben
  • Mitwirkung von Kindern an der Gestaltung ihres Lebens
  • Interkulturelle Offenheit in Bildungsprozessen
  • Öffnung zum Gemeinwesen.
In der ersten Phase der Raumgestaltung sind ausgewählte Exponate der Ausstellung "Den Kindern eine Stimme" aus den brandenburgischen Landkreisen Oberhavel, Uckermark, Potsdam-Mittelmark und der Stadt Brandenburg integriert. Die Ausstellung verdeutlicht den Beitrag des Kita-Museums zur Begegnung und zur pädagogischen Standortdiskussion.


Die Konzeptpräsentation erläutert und konkretisiert das


Leitbild und die konzeptionellen Grundsätze des Situationsansatzes,

wie sie als Arbeitsergebnis des Projekts "Qualität im Situationsansatz" im Juni 2001 formuliert wurden.

(Das Projekt ist Teil der "Nationalen Qualitätsinitiative im System der Tageseinrichtungen für Kinder" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.)

Leitbild des Situationsansatzes

Kinder haben von Anfang an eigene Rechte und vollziehen die für ihre Entwicklung und Entfaltung notwendigen Schritte durch eigene Aktivität. Diese Sicht bestimmt das Bild vom Kind im Situationsansatz. Erwachsene sind dafür verantwortlich, Kinder durch verlässliche Beziehungen und ein anregungsreiches Umfeld in ihrem Streben nach Weiterentwicklung zu unterstützen.

Die pädagogischen Ziele - Autonomie, Solidarität und Kompetenz - orientieren sich an den demokratischen Grundwerten und gesellschaftlichen Entwicklungen. Sie umfassen wesentliche Bereiche der Persönlichkeitsentwicklung, der Ich-, Sozial- und Sachkompetenz. Es geht darum, Kinder mit ihren Entwicklungsbedürfnissen in ihren Situationen zu verstehen und die Fähigkeiten der Kinder zu fördern, mit sich selbst, mit anderen und mit einer Sache gut zurecht zu kommen. Durch Anerkennung ihrer unterschiedlichen Vorerfahrungen und Ausdrucksweisen ermutigen Erzieherinnen die Kinder, sich an gesellschaftlichen Prozessen gestaltend zu beteiligen. Eigensinn und Gemeinsinn gehören zusammen.

Autonomie, Solidarität und Kompetenz bestimmen auch das professionelle Handeln der Erzieherinnen. Ihre Erfahrungen werden aufgegriffen und durch weitere Perspektiven zur Entwicklung von Kindern unterstützt und orientiert. Der Situationsansatz strebt dabei eine enge Erziehungspartnerschaft mit Eltern an.

Der Situationsansatz in Kindertageseinrichtungen zielt auf die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern als gesellschaftliche Aufgabe. Seine Grundsätze tragen dem Grundverständnis des KJHG Rechnung, dass die Kindertageseinrichtungen ein den Lebenswelten der Kinder und Familien entsprechendes qualitativ und quantitativ bedarfsgerechtes Angebot darstellen. Sie tragen der Vielfalt der Lebensformen Rechnung und entwickeln darauf bezogen spezifische Profile. Erziehung, Bildung und Betreuung sind aufeinander bezogen.


Konzeptionelle Grundsätze

  1. Die pädagogische Arbeit geht aus von den sozialen und kulturellen Lebenssituationen der Kinder und ihrer Familien.


  2. Erzieherinnen finden im kontinuierlichen Diskurs mit Kindern, Eltern und anderen Erwachsenen heraus, was Schlüsselsituationen im Leben der Kinder sind.


  3. Erzieherinnen analysieren, was Kinder können und wissen und was sie erfahren wollen. Sie eröffnen ihnen Zugänge zu Wissen und Erfahrungen in realen Lebenssituationen.


  4. Erzieherinnen unterstützen Mädchen und Jungen in ihrer geschlechtsspezifischen Identitätsentwicklung und wenden sich gegen stereotype Rollenzuweisen und -übernahmen.


  5. Erzieherinnen unterstützen Kinder, ihre Phantasie und ihre schöpferischen Kräfte im Spiel zu entfalten und sich die Welt in der ihrer Entwicklung gemäßen Weise anzueignen.


  6. Erzieherinnen ermöglichen, dass jüngere und ältere Kinder im gemeinsamen Tun ihre vielseitigen Erfahrungen und Kompetenzen aufeinander beziehen und sich dadurch in ihrer Entwicklung gegenseitig stützen können.


  7. Erzieherinnen unterstützen Kinder in ihrer Selbständigkeitsentwicklung, indem sie ihnen ermöglichen, das Leben in der Kindertageseinrichtung aktiv mitzugestalten.


  8. Im täglichen Zusammenleben findet eine bewusste Auseinandersetzung mit Werten und Normen statt. Regeln werden gemeinsam mit Kindern vereinbart.


  9. Die Arbeit in der Kindertageseinrichtung orientiert sich an Anforderungen und Chancen einer Gesellschaft, die durch verschiedene Strukturen geprägt ist.


  10. Die Kindertageseinrichtung integriert Kinder mit Behinderungen, unterschiedlichen Entwicklungsvoraussetzungen und Förderbedarf und wendet sich gegen Ausgrenzung.


  11. Räume und ihre Gestaltung stimulieren das eigenaktive und kreative Tun der Kinder in einem anregungsreichen Milieu.


  12. Erzieherinnen sind Lehrende und Lernende zugleich.


  13. Eltern und Erzieherinnen sind Partner in der Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder.


  14. Die Kindertageseinrichtung entwickelt enge Beziehungen zum sozial-räumlichen Umfeld.


  15. Die pädagogische Arbeit beruht auf Situationsanalysen und folgt einer prozesshaften Planung. Sie wird fortlaufend dokumentiert.


  16. Die Kindertageseinrichtung ist eine lernende Organisation.


Die ausführliche Dokumentation der Projektergebnisse kann unter dem Titel "Qualität im
Situationsansatz - konzeptionelle Grundsätze, Qualitätskriterien und theoretische
Dimensionen" angefordert werden bei: Internationale Akademie (INA) gGmbH - an der
Freien Universität Berlin - Projekt: "Qualität im Situationsansatz", Königin-Luise-Str. 24-26,
14195 Berlin, T. 030 - 83852031, F 030 - 83852130, e-mail: kirch@zedat.fu-berlin.de
 
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