paedal
pädal – pädagogik aktuell e.V.
und Lernwerkstatt Kita-Museum

Mainstraße 11, 14612 Falkensee
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Kita-Museum
 

Wanderausstellung
"Hort der Fröhlichkeit - Feste und Feiern im Hort der DDR"
„Feste und Feiern mit und ohne Halstuch“

Konzept der Ausstellung
Die Ausstellung soll markante Aspekte der außerunterrichtlichen Kulturerfahrungen von Heranwachsenden in der DDR dokumentieren und damit an die Sonderausstellung "Feste und Feiern im Kindergarten" anschließen. Wie im Kindergarten stellen Feste, Feiern und Gedenktage auch im außerunterrichtlichen Bereich der Schule, im Hort, der vornehmlich durch die Pionierorganisation "Ernst Thälmann" geprägt war, Reflexe politischer Programmatik in der pädagogischen Praxis dar. Die Differenziertheit und Widersprüchlichkeit solcher Reflexe soll an markanten Beispielen deutlich werden.

Um das Material überschaubar aufzubereiten, gliedert sich die Ausstellung in drei Teilbereiche:

  1. Die Feste
  2. Die Räume
  3. Die Stimmen

1. Der Teilbereich "Die Feste" weist eine Auswahl der im Jahresverlauf begangenen Feste, Feiern und Gedenktage aus (Jahreskreislauf) und ordnet die Dokumente (Fotos, Texte, Exponate) folgenden Gruppen zu:

Feiern und Gedenktage mit politisch-ideologischem Inhalt, zum Beispiel:

  • Fahnenappell
  • Pioniergeburtstag
  • Tag der Republik (7. Oktober)
  • Internationaler Kindertag
  • Geburtstage von Würdenträgern
  • Ehrentage bestimmter Berufsgruppen (Tag des Lehrers, Tag der Patenbrigade)

Kinderfeste:

  • Einschulung
  • Fasching
  • Neptunfest
  • Kindergeburtstage

traditionelle Feiern:

  • Weihnachtsfeier
  • Osterfest
  • Erntefest
  • Frühlingsfest
  • Sommerfest
  • Herbstfest
  • regionale Traditionsfeste

Dabei wird die für die Ausstellung "Feste und Feiern im Kindergarten" entwickelte Farbsymbolik im Jahreskreis aufgegriffen und auf die gesamte Dokumentation übertragen.

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2. Der Teilbereich "Die Räume" ordnet die Feste und Feiern in die jeweiligen Handlungsräume ein:

  • die Schule
  • Räume außerhalb der Schule, z.B. das Pionierhaus, der Patenbetrieb, "die Freunde", das Umland

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3. Der Teilbereich "Die Stimmen" versammelt Aussagen (Ausschnitte aus Interviews) kompetenter Personen (Horterzieherinnen und Unterstufenlehrerinnen, Oberstufenlehrer und Jugendliche, ehemalige Mitarbeiter von Pionierhäusern) zu den vorangegangenen Teilbereichen. Es ist vorgesehen, möglichst unterschiedliche Erfahrungen darzustellen. Befragt werden Männer und Frauen unterschiedlichen Alters aus unterschiedlichen Erfahrungsfeldern.

Folgende Fragen gliedern die Interviews:

Was wurde gefeiert? Welche Vorgaben mussten berücksichtigt werden? Wie wurden sie umgesetzt? Welche Rolle spielten die Interessen der Kinder? An welche Erlebnisse erinnern Sie sich gern/nicht gern?

Folgende neun Personen werden mit Foto, einem kurzen biographischen Text und Interview-Passagen vorgestellt:

  • Marie Berthold
    Kindergärtnerin
    1969 in Berlin geboren
    Schulbesuch von 1976 bis 1986
    Fachschulstudium als Kindergärtnerin von 1986 bis 1989
    seit 1989 als Erzieherin in verschiedenen Berliner Kindergärten im Ost- und Westteil der Stadt tätig

  • Christian Sander
    Pädagogik-Student
    1967 in Berlin geboren
    Schulbesuch von 1974 bis 1984
    1984 bis 1986 Lehre als Maschinenbauer
    1987 bis 1989 Abitur auf dem zweiten Bildungsweg
    seit 1990 Pädagogikstudium an der Freien Universität Berlin, Lehramt Sport und Politik
[zum Interview mit Marie Berthold und Christian Sander]

 

  • Karl Wenzel
    Rentner, ehemaliger Pionierleiter, Lehrer, Schuldirektor und Leiter eines Pionierhauses
    1928 in Berlin geboren
    Besuch der Volksschule von 1934 bis 1942
    1942 bis 1946 Lehre als Herrenmaßschneider bei Leineweber
    1950 bis 1951 Studium an der Pädagogischen Fachschule für hauptamtliche Pionierleiter in Dreißigacker bei Meiningen
    1951 bis 1956 Pionierleiter an verschiedenen Schulen im Harz und in Berlin
    nebenbei: Fernstudium als Unterstufenlehrer, Fernstudium Geschichte, Abschluß als Geschichtslehrer
    seit 1957 Klassenlehrer, seit 1960 Schuldirektor, seit 1960 Direktor des "Hauses der Jungen Pioniere", Berlin-Prenzlauer Berg
    seit 1990 in Rente
[zum Interview mit Karl Wenzel]

 

  • Martina Fitze
    Lehrerin
    1957 in Berlin geboren
    Schulbesuch von 1964 bis 1974
    Studium von 1974 bis 1978 am Lehrerbildungsinstitut
    seit 1978 als Lehrerin in verschiedenen Berliner Schulen tätig, jeweils im Bereich der Unterstufe
[zum Interview mit Martina Fitze]

 

  • Dagmar Wildgrube
    Leiterin des Schulkinder-Hauses in Ludwigsfelde
    1953 in Kaiserslautern geboren
    Schulbesuch von 1959 bis 1969 in Olbernhau/Erzgebirge
    Lehre als Optikerin von 1969 bis 1972 in Jena
    Erzieherausbildung von 1972 bis 1975 in Hohenprießnitz bei Leipzig
    Erzieherin im Ludwigsfelder Lehrlingswohnheim von 1975 bis 1978
    Horterzieherin an einer polytechnischen Oberschule seit 1978
    Leiterin des Schulkinder-Hauses seit 1995
[zum Interview mit Dagmar Wildgrube]

 

  • Heidi Müller
    Hortleiterin
    1954 geboren
    Schulbesuch von 1961 bis 1971
    Studium am Institut für Lehrerbildung in Potsdam von 1971 bis 1975, Abschluß als Unterstufenlehrerin mit Befähigung zur Hortarbeit
    seit 1975 Erzieherin an polytchnischen Oberschulen in Prutzke, Lehnin und Oranienburg
    seit 1992 Hortleiterin an der Pablo-Neruda-Grundschule in Oranienburg
[zum Interview mit Heidi Müller]

 

  • Hildegard Buhle
    Erzieherin
    1932 in Berlin geboren
    Ausbildung als Kindergärtnerin und Hortnerin an Berliner Friedrich-Fröbel-Haus von 1948 bis 1950
    1961 Fernstudium als Unterstufenlehrerin
    von 1963 bis 1992 als Horterzieherin und Unterstufenlehrerin an Berliner Schulen tätig
    seit 1992 in Rente

  • Fritz Buhle
    Lehrer
    1927 in Berlin geboren
    Ausbildung als Lehrer von 1948 bis 1952
    von 1952 bis 1963 Lehrer an Berliner Schulen
    von 1964 bis 1985 Mitarbeiter im "Haus der Jungen Pioniere", Berlin-Prenzlauer Berg
    seit 1987 in Rente
[zum Interview mit Hildegard Buhle und Fritz Buhle]

 

  • Ina Werth
    Erzieherin
    1961 in Berlin geboren
    Schulbesuch von 1967 bis 1977
    Ausbildung als Kindergärtnerin am Berliner Friedrich-Fröbel-Haus von 1977 bis 1980
    von 1981 bis 1990 tätig als Erzieherin im Kinderheim Bellin
    seit 1991 Erzieherin in Kindergärten und Horten in Oranienburg
[zum Interview mit Ina Werth]

Alle Interviews wurden von Erika Berthold geführt.

 

Zur Gestaltung:
In den Teilbereichen "Die Feste" und "Die Räume" dokumentieren Fotos und Gegenstände die jeweiligen Inhalte. Es wird Wert darauf gelegt, Inhalte nachvollziehbar zu präsentieren, handhabbar darzustellen, beispielsweise

  • Binden des Halstuches (Pionierknoten)
  • Basteln eines Friedenskranichs
  • Ausfüllen eines Wissenstests
  • Erlernen eines Liedes oder Gedichtes
  • Basteln einer Schlüsselanhängers o. ä.

Der Teilbereich "Die Stimmen" kommentiert in Text und Ton. Individuelle Sichten und Handlungsweisen werden deutlich. Fotos zeigen die sich äußernden Personen.

Service:
Ein Faltblatt führt in die Ausstellung ein und soll gleichzeitig als Werbemittel dienen.
Eine Ausstellungsbeschreibung wird bei Ausleihe der Ausstellung ihren Aufbau erleichtern.

Ausstellungsfläche:

  • zirka 80 bis 100 Quadratmeter
  • 2 mal 8 Stellwände
  • zirka 10 Tische mit darüberhängenden Ausstellungsflächen
 
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